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Heißluftfritteuse-Größe: wie viele Liter du wirklich brauchst
Inhalt
Die meistgestellte Frage vor dem Kauf ist auch die, bei der am meisten geschwindelt wird: wie viele Liter brauche ich? Auf dem Karton steht eine große Zahl, im Regal daneben eine größere, und irgendwo dazwischen soll man sich entscheiden.
Das Problem: Liter sagen dir nicht, wie viel Essen hineinpasst. Eine Heißluftfritteuse gart mit umlaufender heißer Luft. Damit das funktioniert, muss das Essen in einer dünnen Schicht liegen. Stapelst du es, kommt keine Luft mehr dazwischen. Dann wird nichts knusprig, sondern gedämpft. Der Garraum ist also hoch, aber brauchbar ist im Wesentlichen die Grundfläche des Korbs.
Dieser Ratgeber rechnet die Literangaben in etwas Nützlicheres um: Kilogramm, Portionen und Außenmaße, alles aus den Unterlagen der Hersteller. Zu Beschichtungen und Korbmaterial haben wir einen eigenen Text: Heißluftfritteuse ohne PFAS.
TL;DR: nach Haushaltsgröße
- 1-2 Personen: rund 4 Liter reichen. Philips Airfryer 2000 Series (Anzeige), 4,2 L und 1500 W für rund 55 €. Das ist der kleine Philips, der sich hier tatsächlich verkauft. Eine Korbfüllung in Kilogramm nennt Philips für ihn nicht, dazu unten mehr.
- 3-4 Personen: rund 7 bis 8 Liter. Ninja Double Stack (Anzeige), 7,6 L in zwei gestapelten Schubladen für etwa 120 bis 150 €. Ninja gibt bis zu 6 Personen an, genau so viele Portionen wie Philips für 7,2 Liter.
- 5 Personen und mehr: rund 9 bis 10 Liter. Ninja Double Stack XL (Anzeige), 9,5 L in zwei gestapelten Schubladen für rund 140 €. Ninja gibt dafür 8 Portionen an, zwei mehr als für den 7,6-Liter-Bruder und die höchste Portionszahl in diesem Vergleich.
- Wenn Beilage und Fleisch gleichzeitig fertig werden sollen: eines der beiden Doppelkammergeräte. Zwei getrennte Fächer heißen zwei Temperaturen parallel, und das ist der eigentliche Grund für diese Bauweise, nicht die 7,6 Liter auf dem Karton.
- Allein lebend: Das große Modell lohnt sich fast nie. Mehr Watt, längeres Vorheizen, mehr Stellfläche, und das alles für 200 g Gemüse.
Warum Liter die falsche Einheit sind
Die Literzahl beschreibt das Bruttovolumen des Garraums: gemessen bis zum Rand, ohne Rücksicht darauf, dass Heizelement, Lüfter und der Mindestabstand nach oben einen Teil davon unbrauchbar machen.
Wie groß der Unterschied ist, muss man nicht schätzen. Philips schreibt beide Zahlen selbst ins Datenblatt, nur eben nicht auf die Verpackungsvorderseite:
| Philips-Modell | Pan (liter) | Basket (kg) | Portions |
|---|---|---|---|
| 3000 Series Airfryer L (HD9252) | 4,1 L | 0,8 kg | 4 |
| Airfryer 5000 Series XXL (HD9285) | 7,2 L | 1,4 kg | 6 |
Eine Heißluftfritteuse mit 7,2 Litern fasst laut Hersteller 1,4 Kilo Essen. Nicht 7,2 Kilo.
Und das Verhältnis ist bei Philips bemerkenswert stabil: 0,8 kg auf 4,1 L sind 0,195 kg pro Liter, 1,4 kg auf 7,2 L sind 0,194. Wer die Literzahl mit knapp 0,2 multipliziert, landet bei beiden Geräten auf der Zahl, die Philips selbst angibt. Grob gerechnet ist das rund ein Liter pro Portion.
Das ist nicht nur eine Philips-Eigenheit. Ninja bewirbt den Double Stack mit 7,6 Litern als „ideal für bis zu 6 Personen“, Philips nennt für 7,2 Liter 6 Portionen. Zwei Hersteller, die sonst wenig gemeinsam haben, landen bei knapp über einem Liter pro Portion. Die Zahl taugt also als grobe Orientierung, auch wenn kein Hersteller sie so auf den Karton druckt. Wie schnell sie kippt, sobald sich die Bauform ändert, steht ein paar Absätze weiter unten.
Was in der Bedienungsanleitung steht
Noch konkreter wird es in den Zubereitungstabellen. In der Anleitung zum Philips HD9257 (5,6 L) stehen diese Maximalmengen:
- Pommes frites (gefroren oder selbstgemacht): 200-800 g
- Gefrorene Chicken Nuggets: 200-600 g
- Hähnchenschenkel à ca. 125 g: 2-8 Stück
- Ganzes Hähnchen: 1000 g
- Fischfilet à ca. 200 g: 1-5 Stück (1 Schicht)
Der Klammerzusatz (1 Schicht) ist der ganze Punkt dieses Artikels, und er stammt von Philips, nicht von uns.
Die Zahlen verschiedener Marken sind nicht vergleichbar
Jetzt wird es unangenehm. Ninja gibt für eine 3,8-Liter-Schublade des Double Stack an, darin habe ein ganzes Brathähnchen von 1,2 kg Platz.
Philips nennt für 4,1 Liter 0,8 kg Korbfüllung, und für den 5,6 Liter großen HD9257 ein ganzes Hähnchen von maximal 1000 g.
Also: das kleinere Fach, das größere Hähnchen. Bei Philips sind es knapp 0,2 kg pro Liter, bei Ninja passt in weniger Volumen ein schwereres Huhn.
Wie die einzelnen Hersteller messen, veröffentlichen sie nicht, und wir haben es auch nicht nachgemessen. Was man aber ohne Labor sehen kann: die Literzahl ist keine genormte, markenübergreifend vergleichbare Größe. Sie taugt zum Vergleich zweier Modelle derselben Marke und sonst zu wenig.
Nicht einmal innerhalb einer Marke
Und jetzt der Punkt, an dem auch dieser Trost kippt. Ninja gibt in seinen Produktanzeigen auf amazon.de für die ganze Baureihe Portionen an, und die Zahlen widersprechen sich untereinander:
| Ninja-Modell | Bauform | Volumen | Portionen laut Ninja | Liter pro Portion |
|---|---|---|---|---|
| Ninja PRO | ein Schubfach | 4,7 L | 2 | 2,35 |
| Ninja Double Stack | zwei gestapelte Schubladen | 7,6 L | 6 | 1,27 |
| Ninja Double Stack XL | zwei gestapelte Schubladen | 9,5 L | 8 | 1,19 |
Die Portionszahlen stehen so in den Angeboten des Herstellers, Stand September 2026. Gemessen haben wir nichts, gerechnet nur die letzte Spalte.
Ein Liter im einzelnen Schubfach ernährt also rund halb so viele Leute wie ein Liter in den flachen Doppelschubladen. Gleiche Marke, dieselbe Art von Gerät, fast der doppelte Wirkungsgrad pro Liter.
Der Grund ist genau der Mechanismus vom Anfang dieses Artikels: es ist nicht das Volumen, es ist die Geometrie. Zwei flache Schubladen geben dir viel Grundfläche bei wenig Höhe, und darauf liegt das Essen in einer Schicht. Ein hohes Einzelfach gibt dir Liter, die über dem Essen liegen. Wer sie wirklich nutzen will, muss stapeln, und Gestapeltes wird gedämpft statt knusprig.
Damit ist der Satz von oben härter, als er aussieht. Liter sind nicht nur zwischen Marken unvergleichbar. Sie sind es nicht einmal innerhalb einer Marke, sobald sich die Bauform ändert.
Die Faustformel
Das ist aus den veröffentlichten Philips-Zahlen abgeleitet, keine Messung. Und wie der Ninja zeigt, gilt es weder für jede Marke noch für jede Bauform:
- Liter × 0,2 ≈ Kilogramm Essen.
- Rund ein Liter pro Portion, eher etwas mehr.
- Gegenprobe: als Hauptgericht rechnet man üblicherweise mit 150-200 g Pommes pro Person, als Beilage mit etwa 100-130 g. Die 0,8 kg des kleinen Philips decken damit vier Portionen, genau die vier, die Philips angibt.
Wenn ein Hersteller die Kilogramm-Zahl gar nicht veröffentlicht, ist das selbst schon eine Information. Ausgerechnet bei den meistverkauften Geräten fehlt sie, dazu gleich mehr.
Was die Werbung dir nicht erzählt
Die nützliche Zahl steht im Datenblatt, nicht auf dem Karton. Füllmenge in Kilogramm und Portionsangabe sind oft vorhanden, aber sie stehen im PDF zum Produkt oder in der Anleitung. Auf der Schauseite steht die Literzahl, weil sie die größte ist.
„XL“ und „XXL“ sind Marketingbegriffe, keine Maße. Es gibt keine Norm dafür, ab wie vielen Litern ein Gerät so heißen darf. Die Bezeichnung sagt dir nichts über die Füllmenge. Such stattdessen die Zahl in Kilogramm.
Zwei Schubladen sind nicht eine große Schublade. Beim Ninja Double Stack stehen 7,6 Liter auf dem Karton, aber die verteilen sich auf zwei körperlich getrennte Fächer à 3,8 Liter. Für Pommes und Hähnchenschenkel, die zusammen fertig werden sollen, ist das die bessere Bauweise: zwei Temperaturen, ein Gerät. Für ein großes Stück am Stück, einen Auflauf oder eine Kuchenform ist es die schlechtere, denn dein Maximum ist immer das, was in eine Schublade passt.
Die Geräte mit den saubersten Angaben sind nicht die, die gekauft werden. Das ist der unangenehme Teil dieses Artikels, und er ist gleichzeitig sein Kern. Die beiden Philips-Modelle mit ordentlicher Kilogramm- und Portionsangabe, HD9252 und HD9285, spielen im deutschen Handel eine Nebenrolle. Der kleine Philips, der sich hier wirklich verkauft, ist die 2000 Series mit 4,2 Litern, und für die nennt Philips weder eine Korbfüllung in Kilogramm noch eine Portionszahl. Es gibt nur Beispielmengen: bis zu 500 g gefrorene Pommes, 6 Hähnchenschenkel, 500 g Gemüse. Beispielmengen und maximale Korbfüllung sind nicht dasselbe, und vergleichen lässt sich damit nichts. Beim Cosori TurboBlaze (6 L) fehlt die Angabe ganz.
Wir empfehlen trotzdem das Gerät, das du heute kaufen kannst, und sagen dir dazu, dass genau die Zahl fehlt, mit der du die Größe eigentlich auswählen würdest. Das ist der Zustand dieser Produktkategorie, und es ist der Grund, warum es diesen Artikel gibt.
Die Außenmaße stehen selten groß in der Anzeige. Dazu gleich ein eigener Abschnitt, weil sich dieser Fehler als einziger nicht mit einem teureren Modell reparieren lässt: ein Gerät, das nicht auf die Arbeitsplatte passt, nützt dir auch mit der perfekten Literzahl nichts.
Wir haben keins dieser Geräte in der Hand gehabt. Alle Zahlen hier sind Herstellerangaben aus Datenblättern und Bedienungsanleitungen, nachgeschlagen und eingeordnet. Wenn du ein Laborurteil zu einem Modell brauchst, ist Stiftung Warentest die richtige Adresse, nicht wir.
Die Größen im Vergleich
Angaben aus den offiziellen Datenblättern und Bedienungsanleitungen der Hersteller. Maße als Breite × Tiefe × Höhe.
| Modell | Volumen | Füllmenge laut Hersteller | Leistung | Außenmaße (B × T × H) |
|---|---|---|---|---|
| Philips Airfryer 2000 Series | 4,2 L | keine Angabe, nur Beispielmengen | 1500 W | rund 27 × 37 × 29 cm |
| Philips 3000 Series Airfryer L (HD9252) | 4,1 L | 0,8 kg · 4 Portionen | 1400 W | 26,4 × 36,0 × 29,5 cm |
| Cosori TurboBlaze (CAF-DC601) | 6,0 L | keine Angabe des Herstellers | 1725 W | 30,0 × 40,0 × 30,1 cm |
| Philips Airfryer 5000 Series XXL (HD9285) | 7,2 L | 1,4 kg · 6 Portionen | 2000 W | 30,0 × 41,0 × 33,0 cm |
| Ninja Double Stack (SL300EU) | 7,6 L (2 × 3,8 L) | bis zu 6 Personen · 1,2 kg Hähnchen pro Fach | 2470 W | 33,1 × 50,4 × 44,6 cm |
| Ninja Double Stack XL | 9,5 L (zwei Schubladen) | 8 Portionen | liegt uns nicht vor | liegt uns nicht vor |
Vier Dinge fallen auf.
Erstens: von 4,1 auf 7,2 Liter steigt die Füllmenge von 0,8 auf 1,4 kg und die Portionszahl von 4 auf 6. Der Sprung ist real, er kostet dich aber auch 600 W mehr und 5 cm mehr Tiefe.
Zweitens: die beiden kleinen Philips liegen bei Volumen und Leistung fast gleichauf. Nur für einen von beiden veröffentlicht Philips eine Füllmenge, und gekauft wird der andere.
Drittens: mehr Liter heißt nicht „überall größer“, aber auch nicht „irgendwo kleiner“. Der gestapelte Ninja spart Breite gegenüber einem Doppelkammergerät mit nebeneinander liegenden Fächern. Dafür ist er nach Herstellerangabe der tiefste und mit deutlichem Abstand der höchste unter den Geräten, für die es überhaupt veröffentlichte Maße gibt. Welches Maß dir im Weg ist, hängt an deiner Küche, nicht an der Literzahl.
Viertens: beim Double Stack XL steht in der Produktanzeige die Portionszahl, aber weder die Anschlussleistung noch die Außenmaße. Rechne bei gleicher Bauweise und mehr Volumen mit mindestens den Maßen des kleineren Double Stack, also mit einem Gerät, das nicht unter den Hängeschrank gehört, und sieh vor dem Auspacken in die Anleitung des Modells, das bei dir ankommt.
Was welche Größe ungefähr kostet
Preise ändern sich täglich, deshalb hier nur Größenordnungen (amazon.de, September 2026):
- rund 4 Liter: etwa 50 bis 70 €. In dieser Spanne liegen der Philips 2000 Series, der Russell Hobbs SatisFry mit 4,3 L und der 4,7-Liter-Ninja.
- rund 6 Liter: etwa 100 bis 120 €, zum Beispiel der Cosori TurboBlaze.
- 7 bis 8 Liter mit zwei Fächern: etwa 120 bis 150 €.
- ab 9 Litern: die Spanne ist hier am breitesten. Der Ninja Double Stack XL mit 9,5 L liegt bei rund 140 €, Einzelkorb-Geräte derselben Literzahl wie der Ninja Foodi MAX eher bei 180 bis 200 €.
Der Schritt von 4 auf 7 Liter kostet dich also ungefähr das Doppelte. Wenn ihr zu zweit kocht, ist das der teuerste Leerraum eurer Küche.
Außenmaße: der Punkt, den fast alle vergessen
Eine deutsche Standard-Arbeitsplatte ist 60 cm tief. Zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank liegen üblicherweise 50 bis 60 cm.
In der Höhe war das lange unkritisch: ein normaler Airfryer mit einem Korb ist rund 30 cm hoch und passt überall darunter. Bei den gestapelten Doppelkammergeräten stimmt das nicht mehr. Für den Ninja Double Stack nennt der Hersteller 44,6 cm Höhe. Rechne die 10 cm Abstand dazu, die Philips für seine Geräte vorschreibt, und du liegst über den 50 cm, die zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank oft nur sind. Bei dieser Bauform ist die Höhe das Maß, das du zuerst nachmisst, nicht die Tiefe.
Das eigentliche Problem steht ohnehin nicht in der Anzeige, sondern in der Bedienungsanleitung.
Philips schreibt im Handbuch wörtlich: „Stellen Sie das Gerät nicht an einer Wand oder angelehnt an andere Geräte auf. Lassen Sie rund um das Gerät herum mindestens 10 cm Platz frei.“ Und weiter: „Stellen Sie das laufende Gerät nicht in der Nähe von Wänden oder unter Schränken und anderen Gegenständen auf, die durch den Dampf beschädigt werden können.“
Das heißt im Klartext:
- Unter dem Oberschrank betreiben ist laut Hersteller nicht vorgesehen. Aus den Luftauslässen tritt heißer Dampf aus, und der kann genau die Schränke beschädigen, unter denen das Gerät steht. Hinstellen kannst du es dort, laufen soll es dort nicht.
- Rechne mit 10 cm hinter dem Gerät. Von 60 cm Arbeitsplattentiefe bleiben dann rund 50 cm für das Gerät selbst. Der 41 cm tiefe Philips XXL passt da noch hin, steht dann aber mit gut 9 cm Rest zur Vorderkante, und den Korb ziehst du zusätzlich nach vorne heraus. Ab etwa 50 cm Gerätetiefe geht es auf einer Standardarbeitsplatte gar nicht mehr auf, und genau da liegt der Ninja Double Stack nach der Angabe seines eigenen Herstellers.
- Der realistische Betriebsplatz ist also die Arbeitsplatte vor einer freien Wandfläche oder unter einer Dunstabzugshaube, nicht die Nische unter dem Hängeschrank.
Noch ein Hinweis, weil er uns beim Zusammentragen dieser Tabelle wieder untergekommen ist: die Maßangaben der Hersteller sind nicht immer konsistent. Für den Ninja Double Stack steht auf der Herstellerseite 33,1 × 50,4 × 44,6 cm. Händler führen dasselbe Gerät mit 28 × 42 × 38,5 cm. Das sind gut 8 cm Unterschied in der Tiefe und 6 in der Höhe, zu viel für einen Rundungsfehler, und vermutlich teils Produkt-, teils Verpackungsmaß. Beim Philips 2000 Series werden Breite und Tiefe je nach Shop vertauscht angegeben, die beiden Zahlen sind rund 27 und rund 37 Zentimeter. In der Tabelle oben stehen die Herstellerwerte. Wenn dir der Platz knapp ist, plane mit dem größeren der widersprüchlichen Werte und sieh in der Bedienungsanleitung des konkreten Modells nach, nicht in der Produktanzeige.
Bevor du bestellst: Maßband an die Stelle, an der das Gerät stehen und laufen soll. Tiefe plus 10 cm, Breite plus 10 cm an jeder Seite, die Höhe bis zum Oberschrank, und nach vorne den Weg für den Korb.
Lautstärke und Stromverbrauch
Beides steigt mit der Größe. Belegen lässt sich aber nur eins von beidem.
Strom: Die Leistungsaufnahme steht auf jedem Datenblatt und steigt deutlich: 1400 W beim 4,1-Liter-Philips, 2000 W beim 7,2-Liter-Modell, 2470 W beim Ninja Double Stack. Das ist Anschlussleistung, nicht Verbrauch: ein größeres Gerät heizt einen größeren Raum auf und braucht dafür länger, gart dann aber auch mehr auf einmal. Wer regelmäßig für vier kocht, fährt mit dem großen Gerät nicht schlechter. Wer für sich allein 200 g Gemüse macht, heizt jedes Mal einen halbleeren Garraum mit.
Lautstärke: Hier müssen wir passen. Die meisten Hersteller geben keinen dB-Wert an, wir messen nicht selbst, und damit haben wir zu dieser Frage nichts Belastbares beizutragen. Physikalisch plausibel ist, dass ein größerer Garraum ein stärkeres Gebläse braucht. Belegen können wir es nicht. Wenn dir Lautstärke wichtig ist, such gezielt in den Rezensionen danach. Das ist ein Punkt, den Leute, die das Gerät wirklich besitzen, von sich aus erwähnen.
FAQs
Wie viele Liter brauche ich für 2 Personen?
Rund 4 Liter reichen. Philips gibt für seinen 4,1-Liter-Airfryer 0,8 kg Korbfüllung und 4 Portionen an, das deckt zwei Personen mit Reserve. Als Faustformel aus den Herstellerzahlen: rund ein Liter pro Portion.
Wie rechne ich Liter in Portionen um?
Nicht über die Liter, sondern über die Kilogramm. Philips gibt für 4,1 L 0,8 kg an und für 7,2 L 1,4 kg, beide Male knapp 0,2 kg pro Liter. Als Hauptgericht rechnet man üblicherweise mit 150-200 g Pommes pro Person. Achtung: dieser Faktor gilt nicht markenübergreifend, und nicht einmal innerhalb einer Marke. Ninja gibt für 4,7 Liter in einem Schubfach 2 Portionen an, für 7,6 Liter in zwei flachen Schubladen 6 und für 9,5 Liter in zwei Schubladen 8. Entscheidend ist die Grundfläche, nicht das Volumen.
Warum empfehlt ihr ein Gerät, für das der Hersteller keine Füllmenge nennt?
Weil es die ehrlichere Antwort ist. Die Philips-Modelle mit sauberer Kilogramm- und Portionsangabe (HD9252, HD9285) sind im deutschen Handel Randerscheinungen. Der kleine Philips, den die Leute kaufen, ist die 2000 Series mit 4,2 Litern, und für die veröffentlicht Philips nur Beispielmengen wie 500 g gefrorene Pommes. Wir empfehlen das Gerät, das du heute bekommst, und sagen dazu, dass dir ausgerechnet die Zahl fehlt, mit der du die Größe auswählen würdest. Genau darum geht es in diesem Artikel.
Sind zwei Fächer mit je 4 Litern dasselbe wie ein Gerät mit 8 Litern?
Nein. Beim Ninja Double Stack sind es zwei körperlich getrennte Schubladen. Dein Maximum ist immer das, was in eine davon passt. Für zwei Komponenten gleichzeitig (Beilage und Fleisch bei unterschiedlicher Temperatur, zum selben Zeitpunkt fertig) ist die Doppelkammer die bessere Bauweise. Für ein großes Stück am Stück, einen Auflauf oder eine Kuchenform ist ein einzelner großer Korb besser.
Passt ein ganzes Hähnchen hinein?
Das hängt am Modell, und die Herstellerangaben gehen weit auseinander. Ninja nennt für eine 3,8-Liter-Schublade des Double Stack ein Brathähnchen von 1,2 kg. Philips nennt in der Anleitung zum 5,6-Liter-Modell maximal 1000 g, bei größerem Garraum also das kleinere Hähnchen. Verlass dich deshalb nicht auf die Literzahl, sondern such in der Bedienungsanleitung des konkreten Modells nach der Zeile „Ganzes Hähnchen“.
Passt eine Heißluftfritteuse unter meinen Oberschrank?
In der Höhe meistens, aber nicht immer. Übliche Geräte mit einem Korb sind rund 30 cm hoch, zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank liegen normalerweise 50 bis 60 cm. Gestapelte Doppelkammergeräte sind deutlich höher: für den Ninja Double Stack nennt der Hersteller 44,6 cm. Betreiben sollst du sie dort laut Hersteller ohnehin nicht. Philips schreibt mindestens 10 cm Abstand rundum vor und warnt ausdrücklich davor, das laufende Gerät unter Schränken aufzustellen, weil der austretende Dampf sie beschädigen kann. Plane also einen Platz ein, an dem das Gerät frei steht, wenn es läuft.
Verbraucht eine größere Heißluftfritteuse mehr Strom?
Die Anschlussleistung steigt klar: 1400 W bei 4,1 Litern, 2000 W bei 7,2 Litern, 2470 W beim 7,6-Liter-Doppelkammergerät. Was daraus an Verbrauch wird, hängt davon ab, wie voll du sie machst. Ein großes Gerät, das voll beladen für vier Personen kocht, ist pro Portion sparsam. Dasselbe Gerät für eine Portion heizt jedes Mal viel leeren Garraum mit, dann ist das kleinere Modell die günstigere Wahl.
Was sagt Stiftung Warentest zur richtigen Größe?
Stiftung Warentest kauft Geräte anonym ein und prüft sie im Labor unter gleichen Bedingungen. Die Urteile und Noten gehören ihnen, deshalb geben wir sie hier nicht wieder. Wenn du ein Laborurteil zu einem konkreten Modell brauchst, ist das die richtige Quelle. Was du hier bekommst, ist etwas anderes: die Herstellerangaben nebeneinandergelegt und eingeordnet.
Fazit
Kauf nicht nach Litern. Such im Datenblatt nach der Füllmenge in Kilogramm oder der Portionsangabe und rechne damit. Findest du sie nicht, ist das auch eine Antwort.
- 1-2 Personen: Philips Airfryer 2000 Series (Anzeige), 4,2 L für rund 55 €. Alles darüber ist überwiegend bezahlter Leerraum. Dass Philips für genau dieses Modell keine Füllmenge in Kilogramm veröffentlicht, schreiben wir dazu, statt es wegzulassen.
- 3-4 Personen oder zwei Temperaturen gleichzeitig: Ninja Double Stack (Anzeige), 7,6 L in zwei Fächern für etwa 120 bis 150 €. Kauf ihn für die zwei Schubladen, nicht für die Literzahl, und miss vorher die Höhe unter dem Hängeschrank.
- 5 Personen und mehr: Ninja Double Stack XL (Anzeige), 9,5 L für rund 140 €. Ninja nennt dafür 8 Portionen, die höchste Zahl hier. Dieselbe Bauweise, mehr Volumen, also derselbe Satz noch einmal: Höhe messen, und nicht unter dem Hängeschrank betreiben.
Und leg vor der Bestellung einmal das Maßband an. Zwei Minuten, die dir den Rückversand sparen.
Weiter in der Küche: Heißluftfritteuse ohne PFAS zu Beschichtungen und Korbmaterial, und Wasserkocher ohne Plastik.