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Heißluftfritteuse ohne PFAS: Was das EU-Verbot wirklich betrifft

Inhalt

Seit Monaten kursiert in deutschen Foren und auf Social Media dieselbe Behauptung: Die EU verbiete ab 2026 PFAS, deshalb verschwänden Heißluftfritteusen bald aus den Regalen, und wer noch eine wolle, solle sich jetzt eindecken.

Das ist falsch. Die Verordnung gibt es, die Fristen stimmen sogar. Aber sie betreffen Heißluftfritteusen nicht. Was stimmt, und was man beim Kauf wirklich abwägen kann, steht hier.

TL;DR

  • Allrounder ohne PTFE: COSORI TurboBlaze 6 L  (Anzeige). Keramikkorb, vom Hersteller ausdrücklich als PFAS-frei gekennzeichnet, 6 L für zwei bis vier Portionen.
  • Wenn gar keine Beschichtung ans Essen soll: Ninja CRISPi  (Anzeige). Gegart wird in Glasbehältern mit Edelstahleinsatz. Kompakt, für ein bis zwei Personen.
  • Für größere Haushalte: COSORI Turbo Tower Pro 10,8 L  (Anzeige). Zwei keramikbeschichtete Kammern übereinander, deutlich teurer.
  • Kein Grund zur Eile: Wenn dein aktuelles Gerät funktioniert und die Beschichtung unbeschädigt ist, zwingt dich keine Frist zum Austausch.

Welche Größe zu wie vielen Personen passt, steht ausführlicher in unserem Ratgeber zur Größe der Heißluftfritteuse.

Was die EU-Verordnung wirklich regelt

Gemeint ist die Verordnung (EU) 2024/2462 vom 19. September 2024. Sie ergänzt Anhang XVII der REACH-Verordnung um den Eintrag 79 und beschränkt PFHxA (Undecafluorhexansäure), ihre Salze und PFHxA-verwandte Stoffe. Grenzwerte: 25 ppb für PFHxA und ihre Salze, 1000 ppb für verwandte Stoffe. In Kraft seit dem 10. Oktober 2024.

Die vier Fristen, die überall zitiert werden, gelten für diese Bereiche:

FristWas dann beschränkt ist
10. April 2026Feuerlöschschäume für Ausbildungs- und Prüfzwecke
10. Oktober 2026Textilien, Leder und Pelze in Kleidung und Zubehör für Verbraucher; Schuhe; Papier und Pappe als Lebensmittelkontaktmaterial; Gemische für Verbraucher; Kosmetik
10. Oktober 2027Weitere Textilien, Leder und Pelze (mit Ausnahmen für Schutzausrüstung, Medizinprodukte und Bautextilien)
10. Oktober 2029Feuerlöschschäume und Konzentrate in der zivilen Luftfahrt

Der Punkt, an dem sich das Missverständnis festmacht, ist die fettgedruckte Zeile: „Lebensmittelkontaktmaterial” klingt nach Kochgeschirr. Gemeint sind dort aber Papier und Pappe: Backpapier, beschichtete Verpackungen, Pommes-Tüten. Der Korb einer Heißluftfritteuse fällt unter keine der vier Kategorien.

Und die viel diskutierte „universelle PFAS-Beschränkung”? Die ist ein Vorschlag von fünf EU-Ländern aus dem Jahr 2023 und steckt noch im Verfahren bei der ECHA. Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) hat im März 2026 seine endgültige Stellungnahme vorgelegt, der Ausschuss für sozioökonomische Analyse (SEAC) war mit seinem Entwurf bis Mai 2026 in der öffentlichen Konsultation. Die finalen Stellungnahmen werden bis Ende 2026 erwartet. Erst danach schreibt die Kommission überhaupt einen Entwurf. Es gibt also kein Verbotsdatum für Kochgeschirr, weder 2026 noch sonst irgendwann im veröffentlichten Kalender.

PTFE, Keramik, Edelstahl: was in deinem Gerät steckt

PTFE ist der Standard. Der überwiegende Teil der Körbe im Handel ist damit beschichtet, egal ob das Gerät 50 € oder 250 € kostet. PTFE gehört chemisch zur PFAS-Familie, ist aber ein Polymer und nicht mit den beschränkten Einzelstoffen identisch. Der Hinweis „PFOA-frei” auf der Verpackung sagt dazu nichts Belastbares: PFOA ist ein einzelner, in der EU längst verbotener Stoff. „PFOA-frei” ist damit ungefähr so aussagekräftig wie „bleifrei” bei Benzin.

Keramikbeschichtung ist die verbreitete Alternative. Sie kommt ohne PTFE aus und löst das Antihaft-Problem im Alltag ähnlich gut. Der Nachteil ist die Haltbarkeit: Keramikschichten verlieren ihre Antihaft-Wirkung in der Regel schneller als PTFE, vor allem bei sehr hohen Temperaturen und beim Reinigen mit scharfen Schwämmen.

Edelstahl oder Glas heißt: keine Beschichtung, die abplatzen kann. Das ist die konsequenteste Variante und die einzige, bei der die Frage nach der Schicht gar nicht erst aufkommt.

Der BUND hat im Mai 2026 einen Ökotipp zu PFAS in Pfannen und Airfryern veröffentlicht und empfiehlt darin genau diese Richtung: Gusseisen, Keramik oder Behälter aus Glas und Edelstahl statt beschichteter Körbe. Der BUND begründet das mit Umwelt- und Gesundheitsbedenken. Wir geben diese Einschätzung wieder, wir bewerten sie nicht. Das ist nicht unser Fachgebiet.

Bester Allrounder ohne PTFE: COSORI TurboBlaze 6 L

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Das ist derzeit das naheliegendste Gerät, wenn PTFE raus soll, der Alltag aber gleich bleiben soll. COSORI weist den Korb ausdrücklich als keramikbeschichtet und PFAS-frei aus. Das bleibt eine Herstellerangabe, aber eine explizite, und in dieser Kategorie ist das die Ausnahme statt die Regel.

Laut Hersteller: 6 L Korbvolumen, Temperaturbereich 30 bis 230 °C, DC-Motor mit fünf Gebläsestufen, Geräuschangabe unter 53 dB, Korb spülmaschinengeeignet.

Abwägungen:

  • 6 L klingen nach viel, sind aber ein einzelner Korb. Zwei Gerichte gleichzeitig bei unterschiedlichen Temperaturen gehen damit nicht.
  • Die Keramikschicht braucht etwas mehr Rücksicht als PTFE: kein Metallbesteck, keine Scheuermittel. Wer das nicht durchhält, hat nach zwei Jahren wieder ein Gerät, an dem alles klebt.
  • Es gibt den Korb auch einzeln als Ersatzteil. Das ist der eigentliche Vorteil gegenüber Geräten, bei denen ein zerkratzter Korb das ganze Gerät erledigt.

Wenn gar keine Beschichtung ans Essen soll: Ninja CRISPi

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Ein anderer Ansatz: Statt einer Schublade gibt es zwei Glasbehälter (3,8 L und 1,4 L) mit einem Einsatz aus Edelstahl, auf den das Gargut kommt. Die Heizeinheit wird oben aufgesetzt. Die Behälter sind spülmaschinen-, gefrierschrank- und mikrowellengeeignet, Deckel liegen bei. Man gart, serviert und lagert im selben Gefäß.

Laut Hersteller: 1700 W, vier Funktionen (Heißluftfrittieren, Rösten, Warmhalten und Aufknuspern von bereits Gegartem).

Abwägungen:

  • Es klebt mehr, das ist der Preis für „keine Beschichtung”. Dazu unten mehr.
  • 3,8 L im großen Behälter sind für ein bis zwei Personen gedacht. Für eine vierköpfige Familie ist das zu klein.
  • Glas ist schwerer als ein Kunststoffkorb und kann zerbrechen.

Für größere Haushalte: COSORI Turbo Tower Pro 10,8 L

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Zwei Kammern mit 6,5 L und 4,3 L, beide keramikbeschichtet, übereinander statt nebeneinander angeordnet. Damit lassen sich zwei Sachen gleichzeitig garen, ohne dass das Gerät einen halben Meter Arbeitsplatte belegt. Laut Hersteller 2630 W; im Lieferumfang zwei Körbe, zwei Backbleche und ein Edelstahlrost.

Abwägungen:

  • Der Aufpreis gegenüber dem TurboBlaze ist erheblich. Er lohnt sich nur, wenn du wirklich regelmäßig zwei Komponenten parallel garst.
  • Zwei Kammern übereinander heißt Höhe. Unter einem tief hängenden Oberschrank wird es eng. Vorher messen.
  • Mehr Leistung bedeutet auch mehr Geräusch als beim Einzelkammer-Gerät.

Vergleich

Alle Angaben sind Herstellerangaben, keine eigenen Messungen. Preise bei Amazon.de ändern sich laufend; die Spalte ist ein grober Rahmen, kein aktueller Preis.

GerätKapazitätWas das Gargut berührtLeistungTemperaturPreisrahmen
COSORI TurboBlaze 6 L6 L (ein Korb)Keramikbeschichtung, als PFAS-frei ausgewiesenDC-Motor, 5 Stufen30–230 °Crund 110–140 €
Ninja CRISPi FN101EU3,8 L + 1,4 LGlas und Edelstahl, unbeschichtet1700 Wk. A.etwa 120–180 €
COSORI Turbo Tower Pro6,5 L + 4,3 LKeramikbeschichtung2630 Wk. A.etwa 220–280 €
CASO AF 2503 LEdelstahl-Innenraum (Korb separat prüfen)1400 W60–200 °Crund 40–60 €

Die CASO AF 250 steht hier als günstigste Variante mit Edelstahl-Innenraum. Die Einschränkung dazu steht weiter unten.

Was die Werbung dir nicht erzählt

  • Edelstahl und Glas kleben. Deutlich. Das ist kein Produktfehler, das ist Physik: Es gibt schlicht keine Trennschicht zwischen Lebensmittel und Metall. Betroffen sind vor allem stärkehaltige Sachen (Kartoffeln, Pommes, Panade) und sehr mageres Gargut wie Hähnchenbrust oder Fisch, das beim Garen kaum eigenes Fett abgibt. Wer von einem PTFE-Korb umsteigt, muss sich umgewöhnen: ölen, vorheizen, nicht zu früh wenden. Kein Werbetext für ein „beschichtungsfreies” Gerät erwähnt das.
  • „Edelstahl” im Produkttitel meint meistens das Gehäuse. Bei sehr vielen Angeboten auf Amazon.de steht Edelstahl groß im Titel, gemeint ist das Außenblech. Der Korb innen ist ganz normal antihaftbeschichtet. Bei der ROMMELSBACHER FRH 1700 etwa nennt der Hersteller in den eigenen Produktdaten eine zweischichtige Antihaftbeschichtung. Wer Edelstahl am Gargut will, muss in der Beschreibung nach dem Garraum oder dem Innenraum suchen, nicht nach dem Gehäuse.
  • Und selbst „Edelstahl-Innenraum” heißt nicht „unbeschichteter Korb”. Bei der CASO AF 250 etwa bezieht sich die Angabe auf die Garkammer. Ob der Frittierkorb darin beschichtet ist, geht aus der Produktangabe nicht eindeutig hervor. Wenn dir das wichtig ist: vor dem Kauf beim Hersteller nachfragen. Der BUND bietet dafür die ToxFox-App an, über die man Herstelleranfragen kostenlos stellen kann.
  • „PFOA-frei” ist kein Qualitätsmerkmal. PFOA ist seit Jahren EU-weit verboten. Jedes Gerät im Handel ist PFOA-frei. Das Siegel beantwortet die Frage nicht, die du eigentlich stellst.
  • Der Umstieg ist kein Notfall. Es gibt keine Frist, die dich zum Austausch zwingt. Ein funktionierendes Gerät wegzuwerfen, um ein neues zu kaufen, ist ökologisch schwer zu begründen. Auch das sagt der Ökotipp so.

Dieselbe Materialdiskussion gibt es übrigens eine Kategorie weiter, bei Kunststoff im Wasserkocher.

Was Stiftung Warentest bewertet und was wir nicht tun

Stiftung Warentest kauft Geräte anonym im Handel und bewertet sie nach einem veröffentlichten Punkteschema: Garergebnis, Handhabung, Reinigung, Energieverbrauch, Sicherheit und Schadstoffe im Material. Für viele deutsche Käufer ist das die maßgebliche Instanz, und zwar zu Recht. Dort wird tatsächlich im Labor gearbeitet.

Die Ergebnisse gehören Stiftung Warentest. Wir geben hier weder Noten noch Urteile wieder und stellen auch nichts davon als unsere Einschätzung dar. Wer ein Urteil zu einem konkreten Modell sucht, findet es bei Stiftung Warentest selbst, in der Regel kostenpflichtig.

Was wir machen: Wir lesen Herstellerangaben, Produktdaten und Angebote bei Amazon.de und ordnen sie ein. Wir testen die Geräte nicht. Was in diesem Artikel steht, sind Spezifikationen, Rechtstext und die offene Benennung der Nachteile. Mehr sollte es auch nicht sein.

Fazit

Wer wegen des angeblichen Verbots kauft, kauft aus dem falschen Grund. Wer PTFE vermeiden will, hat dafür eigene Gründe, und für den ist die Lage einfach: Keramik ist der bequeme Kompromiss, Glas und Edelstahl die konsequente Variante mit einem realen Alltagsnachteil.

Für die meisten ist der COSORI TurboBlaze  (Anzeige) die pragmatische Antwort. Wer bereit ist, sich beim Kochen umzugewöhnen, fährt mit dem Ninja CRISPi  (Anzeige) konsequenter.

Und wenn dein jetziges Gerät läuft: behalte es. Stand: September 2026 gibt es keine Frist, die etwas anderes verlangt. Alle Preisangaben sind grobe Rahmen und können sich jederzeit ändern.

FAQs

Werden Heißluftfritteusen 2026 in der EU verboten?

Nein. Die Verordnung (EU) 2024/2462 beschränkt PFHxA und verwandte Stoffe in Textilien, Schuhen, Kosmetik, Gemischen für Verbraucher, Feuerlöschschäumen sowie in Papier und Pappe als Lebensmittelkontaktmaterial. Kochgeschirr und Antihaftbeschichtungen von Heißluftfritteusen stehen in keiner dieser Kategorien. Die Fristen 10.04.2026, 10.10.2026, 10.10.2027 und 10.10.2029 existieren, betreffen aber die genannten Bereiche.

Ist PTFE dasselbe wie PFAS?

PTFE gehört chemisch zur Stoffgruppe der PFAS, ist aber ein Polymer und nicht identisch mit den Einzelstoffen, die die EU aktuell beschränkt. Deshalb ist ein PTFE-beschichteter Korb nach heutiger Rechtslage zulässig. Eine umfassendere EU-Beschränkung für PFAS ist vorgeschlagen, aber noch nicht beschlossen: Die finalen ECHA-Stellungnahmen werden bis Ende 2026 erwartet, ein Kommissionsentwurf kommt erst danach.

Was bedeutet PFOA-frei auf der Verpackung?

Wenig. PFOA ist ein einzelner PFAS-Stoff, der in der EU seit Jahren verboten ist. Jedes Gerät im Handel ist PFOA-frei. Die Angabe sagt nichts darüber aus, ob die Beschichtung PTFE oder andere fluorierte Stoffe enthält. Aussagekräftig sind nur explizite Angaben wie PFAS-frei oder PFC-frei, und auch die sind Herstellerangaben.

Kleben Edelstahl- und Glasbehälter wirklich stärker?

Ja, und das ist der ehrliche Nachteil. Ohne Antihaftschicht haftet vor allem Stärkehaltiges (Kartoffeln, Pommes, Paniertes) und sehr mageres Gargut wie Hähnchenbrust oder Fisch, das beim Garen kaum eigenes Fett abgibt. In der Praxis hilft: Behälter vorheizen, etwas Öl auf das Gargut statt in den Behälter, und erst wenden, wenn sich eine Kruste gebildet hat. Der Reinigungsaufwand ist höher als bei einem beschichteten Korb.

Hält eine Keramikbeschichtung so lange wie PTFE?

In der Regel nicht. Keramikschichten verlieren ihre Antihaft-Wirkung meist früher, besonders bei hohen Temperaturen und bei der Reinigung mit scharfen Schwämmen oder Metallbesteck. Ein praktischer Punkt beim Kauf ist deshalb, ob es den Korb einzeln als Ersatzteil gibt. Dann ist ein verschlissener Korb kein Grund, das ganze Gerät zu ersetzen.

Muss ich mein vorhandenes Gerät jetzt austauschen?

Keine Frist verlangt das. Wenn die Beschichtung unbeschädigt ist und das Gerät funktioniert, gibt es keinen rechtlichen Grund für einen Austausch. Hersteller empfehlen generell, Körbe mit tiefen Kratzern oder abplatzender Beschichtung zu ersetzen. Das gilt unabhängig von der PFAS-Debatte.